Brexit-Folgen auf die Glücksspielbranche

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Es war ein langer Kampf, bis die EU so entstand, wie wir sie heute kennen. Jeder nutzt die positiven Vorteile, die sich durch fehlende Grenzen ergeben. So wird nicht nur die Reisefähigkeit vereinfacht – es darf auch jeder in dem Land leben und arbeiten, wo er möchte. Doch wie gestalten sich diese Vorteile, wenn ein Land austritt? Der Austritt Großbritanniens könnten schwerwiegende Folgen auch für die Glücksspielbranche haben.

Einfluss auf die Dienstleistungsfreiheit

Inhaltsverzeichnis:

Einfluss auf die DienstleistungsfreiheitGibraltar ist ein benachteiligter SonderfallSo könnten europäische Länder reagierenOnline Casinos verstärken ihren Stand in den USA

Bislang galt die Dienstleistungsfreiheit, die besagt, dass alle in einem europäischen Land ansässigen Online Casinos ihre Dienste in jedem europäischen Land anbieten dürfen. Dieses Recht sorgte dafür, dass die Justiz nichts gegen die Präsenz der Online Casinos unternehmen konnte. Natürlich gibt es auch in Großbritannien ansässige Online Casinos, die ihre Dienste in Deutschland anbieten. Bekannt ist die Marke bwin, die nicht nur Sportwetten, sondern auch Casinospiele anbietet. Zwar bat bwin ihren Sitz in Österreich, gehört jedoch zum britischen Unternehmen Entain PLC (ehemals GVC). Ob es in Zukunft möglich sein wird, dass bwin seine Spiele in Deutschland anbieten darf, steht noch in den Sternen.

Aber auch Großbritannien ist betroffen. Derzeit wird das Glücksspielgesetz überarbeitet und noch ist unklar, ob in Europa ansässige Online Casinos ihre Dienste weiterhin in Großbritannien anbieten dürfen. Bislang wurde nur veröffentlicht, dass auf Malta ansässige Casinos eine separate Lizenz für Großbritannien benötigen. Wer eine Lizenz aus Alderney oder der Isle of Man besitzt, darf seine Dienste weiterhin in Großbritannien anbieten.

Gibraltar ist ein benachteiligter Sonderfall

Besonders hart ist Gibraltar betroffen, das bekanntermaßen zu Großbritannien zählt. Gibraltar hatte sich zu Recht gegen den Ausstieg aus der EU gewehrt, jedoch ohne Erfolg. Das größte Problem für Online Casinos mit einer Lizenz aus Gibraltar stellt die fehlende Dienstleitungsfreiheit dar. Wer seine Glücksspiele ab sofort in Deutschland bewirbt und anbietet, übt dies nicht mehr legal aus. Bislang war es aufgrund der Dienstfreiheit möglich, wenn auch oft umstritten. Bis zum Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags dürfen die betroffenen Online Casinos in Deutschland nicht mehr agieren. Diesen bleibt derzeit nur noch die Hoffnung, dass sie für Deutschland eine eigene Lizenz erhalten.

Direkt betroffen sind auch die Arbeitnehmer auf Gibraltar. Viele pendeln zwischen Spanien und Gibraltar, um ihrem Beruf nachzugehen. In Zukunft wird dies nicht mehr so einfach sein. Womöglich benötigen sie ein Visum oder müssen andere bürokratische Hürden überwinden. Somit steht für viele Arbeitnehmer der Arbeitsplatz auf dem Spiel.

So könnten europäische Länder reagieren

Die ersten Länder haben bereits auf den Austritt Großbritanniens reagiert, so zum Beispiel Dänemark. Dieses Land vergibt an auf Gibraltar oder Großbritannien ansässige Online Casinos keine eigene Lizenz. Hierdurch verringert sich das Angebot an Glücksspielen drastisch. Allerdings haben europäische Länder in keiner Weise ein Problem, für Dänemark eine Lizenz zu erhalten.

Ähnlich könnte es in Deutschland ablaufen. Der sehr strenge Glücksspielstaatsvertrag regelt, dass kein Online Casino Live Wetten und die beliebten Tischspiele wie Roulette und Baccarat anbieten darf. Lediglich Slots dürfen weiterhin zur Verfügung gestellt werden. Nachdem die meisten Glücksspielanbieter alle Spiele präsentieren, wird es für britische Glücksspielanbieter schwer werden, eine Lizenz für Deutschland zu erhalten. Ferner regelt der neue Vertrag, dass das Online Casino seinen Sitz in einem Europäischen Land oder im europäischen Wirtschaftsraum haben muss. Ob Großbritannien zu letzterem dazu gezählt wird, sei dahingestellt.

Interessanterweise stellt Dänemark einen legalen Umweg vor, der britischen Anbietern die Chance eröffnet, seine Dienste doch anbieten zu können: Es wird nur ein Bevollmächtigter benötigt, der seinen Sitz in Europa oder in Dänemark hat. Schon wird das Casino nicht mehr als britisches Unternehmen betrachtet.

Online Casinos verstärken ihren Stand in den USA

Dieses Jahr hat MGM Resorts International dem britischen Unternehmen Entain PLC ein Übernahmeangebot unterbreitet. Zwar hat das Unternehmen noch nicht zugestimmt. Angesichts des Brexit könnte eine Zustimmung jedoch sinnvoll sein. In diesem Fall wäre Entain PLC vorrangig in den USA tätig und müsste sich nicht mit den Problemen in Europa beschäftigen.

Deutsche Wettfans könnten hierdurch jedoch einen großen Anbieter verlieren und müssten sich anderweitig umsehen. Alternativen gibt es zwar genug, die Frage stellt sich nur, ob dann die gleiche Auswahl an sportlichen Ereignissen vorliegt. Der Brexit könnte sich daher auch auf die deutschen Casinofans auswirken, da generell das Angebot bereits von vielen Online Casinos eingeschränkt wurde. Dies geschah auf der Grundlage des neuen Glücksspielstaatsvertrages. Schließlich erhalten nur diejenigen Anbieter eine deutsche Lizenz, wenn sie sich bereits jetzt als vertrauenswürdig erweisen. Und hierzu zählt, dass nur noch Slots und Live Poker angeboten werden. Ob sich in Zukunft legale Chancen bieten, erneut Tischspiele anzubieten, kann noch nicht abgeschätzt werden.

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